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Hinlauftendenz vermindern gemeinsam mit der Familie.

In der Pflege mit. Sabine


"In der Pflege mit" Blogs lesen Sie ganz besondere Geschichten, die wir täglich aus dem Pflegebereich zu hören bekommen. In jedem Blog erzählt eine Pflegekraft eine inspirierende Geschichte über ihre Tätigkeit in der Pflege.

In diesem Blog sind wir in der Pflege mit Sabine. Sie ist Einrichtungsleiterin im Alten- und Pflegeheim St. Sebastian im saarländischen Wadern-Nunkirchen. Bereits seit 1996 arbeitet die 53-Jährige bei dem Träger der Einrichtung: Sie begann als Pflegehelferin, ehe eine Ausbildung zur Altenpflegerin und eine Weiterbildung zur Pflegedienstleitung sowie zur Fachwirtin im Gesundheits- und Sozialwesen folgten. Anfang 2018 übernahm sie schließlich die Stelle als Einrichtungsleiterin. Heute ist es ihr ein besonderes Anliegen, die bestmöglichsten Voraussetzungen zu schaffen für Bewohner und Mitarbeiter. Zum Beispiel, Hinlauftendenz entgegen wirken, ohne direkt auf neurologische Medikation zurückzugreifen. Dazu ergreift sie verschiedene Maßnahmen.

Sabine

Einrichtungsleiterin. Geprüfte Fachwirtin im Gesundheits- und Sozialwesen
Alten- und Pflegeheim St. Sebastian, Wadern-Nunkirchen 

Qwiek.up Altenpflege

Gezielter Einsatz für Hilfsmittel bei Demenzkranken

Täglich bin ich beschäftigt mit der Aufnahme neuer Bewohner und die Vorgespräche, die Umsetzung neuer Vorgaben und Richtlinien sowie die Planung des Budgets und neuer Anschaffungen. Ersteres ist in der Pflege immer äußerst knapp bemessen, wodurch wir in mancherlei Hinsicht auch eingeschränkt sind. Für uns gilt es, mit den vorhandenen Mitteln gut zu haushalten und sie zielgerichtet einzusetzen.

Unsere Einrichtung bietet 78 Bewohnern in 54 Einzel- und zwölf Doppelzimmern Platz. Zudem gibt es ein Palliativzimmer. Zusammen mit weiteren Altenpflege- und Gesundheitseinrichtungen gehören wir zur Cusanus Trägergesellschaft Trier mbH, die im Saarland und in Rheinland-Pfalz fast 5.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Das Gröbste scheint für den Augenblick überstanden, doch nach wie vor erleben wir durch die Maßnahmen und Richtlinien zur Bekämpfung des Coronavirus starke Einschränkungen. Zur Durchführung der Angehörigenbesuche, die nur begrenzt möglich sind, wird Personal gebunden, das eigentlich an anderer Stelle gebraucht würde. Zudem können viele Aktivitäten nicht in gewohnter Weise stattfinden. Dafür haben wir uns jedoch Alternativen überlegt und z.B. Fenster- und Hofkonzerte veranstaltet, die sehr gut angenommen wurden.

Mehr Alternativen für Aktivitäten mit technischen Hilfsmitteln

Seit kurzem haben wir einen Neuzugang technischer Natur: das Qwiek.up. Als ich das erste Mal von dem Projektor gehört habe, war ich sehr neugierig und habe gleich wegen einer Demonstration in unserer Einrichtung angefragt. Anschließend durften wir das Qwiek.up drei Wochen testen. Es konnte meine Kollegen und mich auf Anhieb überzeugen, sodass wir uns ein eigenes Gerät angeschafft haben.

Hinlauftendenz bei Demenz einschränken ohne Medikamente

Derzeit probiert unser Begleitender Dienst mit dem Qwiek.up viele Dinge aus und schaut, in welchen Situationen wir es am besten einsetzen können. Eines unserer Ziele ist es etwa, die neurologische Medikation einiger Bewohner zu reduzieren – und hierbei soll das Qwiek.up helfen. Eine unserer Bewohnerinnen mit Demenz zeigt eine ausgeprägte Hinlauftendenz. Aus diesem Grund haben wir die Angehörigen gebeten, ein individuelles Erlebnismodul mit alten Familienfotos und anderen persönlichen Bildern und ihrer Lieblingsmusik zu gestalten, das wir ihr anschließend zeigen möchten. Wir verbinden damit die Hoffnung, dass die Hinlauftendenz – zumindest teilweise – eingeschränkt wird.

Hinlauftendenz bei Demenz einschränken ohne Medikamente
„Besonders beeindruckt hat mich eine Situation, in der eine Bewohnerin, die, während sie im Bett lag, das Erlebnismodul ‚Waldspaziergang‘ gesehen und ihre Füße im passenden Rhythmus bewegt hat – so als würde sie selbst gehen. Vor dem Einsatz dieses Moduls war die Bewohnerin sowohl verbal als auch motorisch sehr unruhig, danach war sie sehr entspannt. Eine andere Bewohnerin sagte beim Ansehen eines Andre-Rieu-Konzertes: ‚Es ist, als ob ich mitten drin sitze…‘“

Verbindung zur Außenwelt auch in Corona Zeit

Einer der größten Vorteile des Qwiek.up ist die Mobilität. Man kann das Gerät zum einen überall mit hinnehmen – egal, ob in die Zimmer der Bewohner oder zu Gruppenaktivitäten. Zum anderen kann die Projektion an die Wand oder die Decke erfolgen, was gerade bei bettlägerigen oder auch sonst bewegungseingeschränkten oder eher zurücklebenden Bewohnern ein großes Plus ist.

Von den Bewohnern bekommen wir die Rückmeldung, dass die Bilder durch die große Projektionsfläche sehr real wirken und sie sich als Teil des Films fühlen. Gerade, wenn Bewohner isoliert werden müssen, oder, als sie im Zuge der Corona-Maßnahmen überhaupt keinen Besuch empfangen durften, hat das Qwiek.up ein Stück weit eine Verbindung zur Außenwelt hergestellt und ihnen einen großen Mehrwert gebracht.

Biografiearbeit in Altenpflege Muster zusammen mit der Familie
Tipp von Sabine: Besonders begeistert bin ich von den der Möglichkeit, Erlebnismodule selber gestalten zu können. Auf diese Weise können wir auch die Angehörigen mit einbeziehen und somit noch stärker auf die individuellen Bedürfnisse und Biografien der Bewohner eingehen.
In den Blogs unserer Reihe "In der Pflege mit" können Sie ganz besondere Geschichten lesen, die wir bei Qwiek täglich aus dem Pflegebereich zu hören bekommen.

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